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21.02.08

21.02.2008 15:00 Uhr | aktualisiert: 21.02.2008 15:06 Uhr
Bielefelder Modell mitten in Erding Erding – Mit einem Drei-Punkte-Programm will die UWE gleich nach der Wahl ins politische Tagesgeschäft zurückkehren. Die UWE schreibt sich auf ihre Fahnen respektive Wahlplakate, eine Politik zu machen, die frei von Münchner oder Berliner Einflüssen ist. Diesem Anspruch folgend, haben Bürgermeisterkandidat Rainer Mehringer und Fraktionschef Josef Hochholzer einen Drei-Punkte-Plan entwickelt, den sie in der neuen Amtsperiode nach dem 1. Mai umsetzen wollen. Mehringer erklärte bei einem Redaktionsbesuch: ,,Das sind Projekte, die wir in der Hand haben."
Zum einen möchte die UWE eine zentrale Anlaufstelle für alle Bürger, insbesondere für Neuankömmlinge schaffen. In dieser Art Bürgerbüro sollen Ratsuchende nach Vorstellung Hochholzers alle Arten von Infos bekommen: Welche Behördengänge sind notwendig? Welche Vereine gibt es? Wie kann ich mein Kind in Schule oder Kindergarten einschreiben? Der UWE schwebt dazu ein derzeit leer stehendes Haus Am Rätschenbach vor. Mehringer erklärt, es solle sich nicht um das klassische Bürgerbüro eines Rathauses handeln. ,,Die Palette muss größer sein." Daher halte er es für gut möglich, lange Öffnungszeiten auch mit ehrenamtlichem Personal der Verbände zu gewährleisten. Eine Zusammenlegung mit der derzeit oft verwaisten Tourist-Information sei denkbar.
Zum Zweiten möchte die UWE Erding in Sachen Energieversorgung autark machen. Denkbar ist laut Mehringer ein Biomasseanlage neben dem Geothermie-Kraftwerk. ,,Unser Ziel muss sein, dass wir Geowärme ohne Beimischung von Erdgas verkaufen können." Die regenerativen Rohstoffe sollen von Betrieben aus der Region kommen. Die Erdinger Energie besteht derzeit zu 70 Prozent aus Geowärme und zu 30 Prozent aus Erdgas. Ähnliche Vorstellungen verfolgt auch der CSU-Kreisverband.
Drittens möchte die UWE im Bereich des Alten Bauhofes nicht nur ein Parkhaus errichten. ,,Aus dem Areal kann man mehr machen", ist Mehringer überzeugt und schlägt die Realisierung des so genannten Bielefelder Modells vor. Dabei sollen mehrere Wohnungen und Häuser errichtet werden, die zu sozialverträglichen Preisen vermietet werden. Dabei ist ein völlig selbstständiges Leben ebenso möglich wie Betreutes Wohnen oder Service durch ambulante Pflegedienste. ,,Das Bestechende an dem Modell ist, dass die Mieter unbefristete Verträge haben und idealerweise bis an ihr Lebensende im vertrauten Umfeld bleiben können", erläutert der Spitzenkandidat. Wegen der Zentrumsnähe sei das Gelände gegenüber der Feuerwache ideal. Auch Parkplätze seien dort in großer Anzahl möglich. (ham)

17.02.2008

17.02.2008 12:52 Uhr | aktualisiert: 17.02.2008 13:00 Uhr
Jugendparlament: Spitzenkandidat zur Machtteilung bereit Erding – Vielleicht hat die Geburtsstunde des Jugendparlaments bereits stattgefunden. Alle Bürgermeisterkandidaten sicherten dem Verein ,,Jugend in Erding" Unterstützung zu.
Schon nach der Begrüßung durch Vorsitzende Christiane Kickum und Stellvertreter Alexander Springborn befürwortete Max Gotz (CSU) das Jugendparlament und fügte hinzu: ,,Wenn man es ehrlich meint, geht es nur mit Rede- und Antragsrecht." Seine Anregung, dabei auch die Gruppe der Behinderten aufzunehmen, ergänzte Hans Schmidmayer (SPD), dass das Jugendparlament auf breitester Basis stehen müsse. Dazu gehörten auch nicht organisierte Teenager.
Für ein Jugendparlament mit Rede- und Antragsrecht traten auch Rainer Mehringer (UWE) und Günther Kuhn (Grüne) ein. Letzterer erinnerte aber daran, dass viele Initiativen wieder eingeschlafen seien. Mit engagierten Leuten sei ein ,,Jugendparlament zwar kein Allheilmittel, aber ein guter Anfang".
Während Roswitha Bendl (ÖDP) erklärte: ,,Unsere Unterstützung ist da", gab sich Hans Egger (Erding Jetzt) zurückhaltender. Seiner Meinung nach ist ein Antragsrecht zu wenig, ,,da kommt nichts raus". Wichtiger sei, junge Leute im Stadtrat zu haben, also: ,,Geht zur Wahl!" Dennoch könne auch er sich vorstellen, ein Jugendparlament in die Kommunalpolitik zu integrieren.
An konkreten Ideen mangelt es nicht. Zeitnah nach der Konstituierung des neuen Stadtrats, so Gotz, könne das Jugendparlament als ,,Partner mit modernen Ideen" bei Nachbesserungen in den Jugendzentren, Einbindung der Sportjugend und die Akquisition von Ausbildungsplätzen mitwirken. Schmidmayer wollte das Angebot um Bereiche ergänzt sehen, in denen man gestalterisch tätig sein könne. Kuhn plädierte für ein selbstverwaltetes Jugendzentrum nach Dorfener Vorbild. Für Egger ist ein hauptamtlicher Jugendpfleger notwendig. Bendl griff die Forderung der Jugendlichen nach einem Zeltplatz am Kronthaler Weiher auf und hoffte, ,,das bisher gescheiterte Vorhaben doch noch realisieren zu können". (gse)

17.02.2008

17.02.2008 14:15 Uhr | aktualisiert: 17.02.2008 16:18 Uhr
Am Montag bekennen die sieben Erdinger Bürgermeisterkandidaten Farbe Erding – Knapp zwei Wochen sind es noch bis zur Kommunalwahl am 2. März. Am heutigen Montag müssen die sieben Bürgermeisterkandidaten aus Erding Farbe bekennen. Bei der Podiumsdiskussion des Erdinger Anzeigers ab 19.30 Uhr im großen Saal der Stadthalle haben die Bürger die Gelegenheit, alle sieben Spitzenbewerber im direkten Vergleich kennen zu lernen und Fragen zu stellen. Auf dem Podium sitzen: Max Gotz (CSU), Hans Schmidmayer (SPD), Günther Kuhn (Grüne), Roswitha Bendl (ÖDP), Rainer Mehringer (UWE), Hans Egger (Erding Jetzt) und Inge Sporrer (REP). Moderator ist Redaktionsleiter Hans Moritz. Es geht unter anderem um die künftige Entwicklung Erdings, die Verkehrspolitik für Schiene und Straße, die Haltung zur Jugendarbeit und zum Umgang mit Senioren sowie die noch bessere Gestaltung des Zentrums. Der Eintritt ist frei, Reservierungen sind nicht erforderlich. (ham)

30.11.07

Ein Kandidat, den keiner kennt
Erding – Karl Heinz Jobst ist der Kandidat der Freien Wähler für das Amt des Landrats. Gleichzeitig führt er die FW-Kreistagsliste an.

Fast wäre die Wahl des Landratskandidaten der Freien Wähler (FW) im Erdinger Gasthof Zur Post noch gescheitert. Der Langenpreisinger Bürgermeisterkandidat Dr. Peter Deimel hatte den schriftlichen Antrag gestellt, keinen Bewerber für das höchste Amt im Landkreis zu nominieren. ,,Beide Kandidaten sind im Landkreis nicht bekannt und müssen erst aufgebaut werden. So kurz vor der einen Kandidaten zu präsentieren, nur um einen Kandidaten zu haben, ist kontraproduktiv", begründete er seinen Antrag.

,,Unsere Wege waren schon immer etwas anders als die der anderen Parteien", meinte der FW-Kreisvorsitzende Siegfried Rübensaal und erläuterte, dass der vor der Aufstellungsversammlung eingereichte Antrag zulässig sei. ,,Das habe ich von Juristen prüfen lassen", meinte er und ließ ohne weitere Diskusssion, ,,weil das einen oder beide Kandidaten beschädigen könnte", geheim abstimmen. 66 der 78 anwesenden Stimmberechtigten votierten für die Aufstellung eines eigenen FW-Kandidaten.

Zur Wahl stellten sich die 52-jährige Margarete Euwens-Albrecht aus Taufkirchen und der 58-jährige Karl Heinz Jobst aus Erding. Der wurde dann auch gewählt. (nie)

23.11.07

UWE: Der Kapitän geht von Bord, die Crew bleibt
Erding – Die Unabhängige Wählergemeinschaft Erding (UWE) setzt auf Rainer Mehringer als Bürgermeisterkandidat. Auf der 40-köpfigen Liste sind viele bekannte Gesichter.

Der Kapitän geht von Bord, die Crew will das Erfolgsboot UWE auf Kurs halten. Allem Trubel seit Bekanntwerden Mehringers Kandidatur im Sommer zum Trotz präsentierte sich die UWE am Donnerstagabend im Gasthof Mayr-Wirt nicht nur geschlossen, sondern bester Laune und voller Zuversicht. Fraktionschef Josef Hochholzer proklamierte: ,,Wir wollen weiterhin die erfolgreichste Gruppierung im Erdinger Stadtrat sein. Der nächste Bürgermeister wird Rainer Mehringer heißen."

Zuvor hatte Mehringer die Ziele der UWE in einer flammenden Rede vorgestellt. Er definierte neun Themenfelder für den Wahlkampf. Was die Umwelt betrifft, möchte die UWE die Geothermie ausbauen und ein Biomasse-Kraftwerk realisieren. Auf der Straße peilt man die Nordumfahrung und eine neue Altenerdinger Ortsdurchfahrt an. Das Radwegenetz müsse ausgebaut und die Alte Römerstraße in Langengeisling verkehrsberuhigt werden. Zur Schiene fällt der UWE ein, den Ringschluss einschließlich Tunnels unter Erding hindurch zu forcieren. Im Fliegerhorst soll der neue Kreuzungsbahnhof mit Zentrums-Anbindung entstehen.

Was den Flughafen betrifft, lehnt die UWE die dritte Startbahn ab. Dafür müsse sich die FMG an den vom Airport verursachten Kosten in der Region beteiligen.

Auf dem Gebiet der Wirtschafts- und Sozialpolitik macht sich die UWE für weitere Gewerbe-Neuansiedlungen stark. Ausländer müssten besser integriert werden. Die Naherholungsgebiete sollen ausgebaut und die Therme besser an das Zentrum angebunden werden.

Zur Familienpolitik sagt die UWE, dass die Ganztagesbetreuung ausbaubedürftig sei. Das Jugendzentrum soll mehr Personal bekommen. Und im Rathaus könnte eine Anlaufstelle für Jugendliche, Familien und Senioren geschaffen werden. Auch der Wohnungsbau müsse konsequent fortgesetzt sowie das Instrument Einheimischenmodell forciert werden. Auch in Sachen Kultur will die UWE noch mehr Engagement an den Tag legen.

19.11.07

Jetzt sind es schon zwei FW-Landratskandidaten
Erding – Die Freien Wähler haben die Wahl: Am Donnerstag stehen zwei Landratskandidaten zur Wahl.
Bei der Wahl des Spitzenbewerbers werden die Freien Wähler zwischen dem Erdinger Karl Heinz Jobst und Margarete Euwens-Albrecht aus Taufkirchen entscheiden müssen. Die 52-Jährige, die seit 15 Jahren in der Vils-Gemeinde wohnt, verheiratet und Mutter eines Sohnes ist, ist seit zehn Jahren im ,,Columbus-Achter" engagiert, einer Bürgerbewegung, die dem Gemeinderat zuarbeitet. ,,Daher verfüge ich auch über einige kommunalpolitische Erfahrung, ohne je ein Mandat besessen zu haben", so Euwens-Albrecht, die auf der Kreistags-Liste bereits gesetzt ist. Außerdem habe sie beruflich viel mit der Aufstellung von Flächennutzungsplänen zu tun, ,,so dass ich mich im Landkreis sehr gut auskenne", berichtet die Taufkirchenerin, die sonst im Management eines großen IT-Hauses in München arbeitet. ,,Mit den zwei wichtigen Z kenne ich mich also aus: Zahlen und Ziele", versichert sie.

Voll des Lobes nicht nur über Jobst, sondern auch über Euwens-Albrecht ist Siegfried Rübensaal, FW-Kreisvorsitzender und Bürgermeister von Lengdorf. ,,Ich bin froh, glücklich und stolz, dass es uns nach anfänglichen Schwierigkeiten gelungen ist, gleich zwei absolut fähige und kompetente Kandidaten zu finden." Es handle sich um Seiteneinsteiger ins Polit-Geschäft, ,,und das ist auch so gewollt".

Die Motive Euwens-Albrechts, sich für das Spitzenamt zur Verfügung zu stellen, entsprechen denen Jobsts: ,,Ich hätte es schlecht gefunden, wenn die Freien Wähler keinen eigenen Kandidaten gefunden hätten.

28.10.2007

Mehr Kandidaten aus Erding

Erding - Noch ohne Amt, setzt UWE-Bürgermeisterkandidat Rainer Mehringer, Akzente. Auf der Kreistagsliste der Freien Wähler werden 16 Plätze für Kandidaten aus Erding reserviert. Die Freien Wähler im Landkreis haben sich hinter verschlossenen Türen des Erdinger Gasthauses Zur Post getroffen. Zweck der Zusammenkunft: Festlegung der Listenplätze für die Kommunalwahl in fünf Monaten. Nach Informationen unserer Zeitung verlief das Treffen nicht immer harmonisch. Vor allem Fraktionschef Siegfried Rübensaal soll nach Aussage von Teilnehmern versucht haben, die alleinige Regie zu führen. Nicht nur daran gab's Kritik, sondern auch am Fehlen eines Landrats-Kandidaten. Den Überparteilichen fehlt damit eine Galionsfigur. Einen persönlichen Erfolg konnte der Lengdorfer Bürgermeister dennoch verbuchen: Er wird die Liste anführen. Dahinter folgt der Erdinger UWE-Bürgermeister-Kandidat Rainer Mehringer. Er trug allem Anschein nach den größten Sieg davon. Teilnehmer berichteten, Mehringer habe von Anfang an deutlich gemacht, mit acht von 60 Listenplätzen werde sich der Bezirk Erding nicht zufrieden geben. Immerhin lebe ein Drittel der Landkreisbevölkerung in der Stadt. Das Argument zog: Die Freien Wähler aus Erding dürfen 16 Plätze belegen. Die werden aller Voraussicht nach komplett der UWE zufallen. Vertreter des neuen Bündnisses ,,Erding Jetzt" waren bei der Zusammenkunft mit rund 30 Besuchern nämlich nicht anwesend.

14.10.2007

Im Waldkindergarten spielend die Natur erleben

Aufhausen - Die Natur im Wald erleben ist das Konzept des Naturkindergartens Mooswichtel. Jetzt wurde er offiziell gestartet. Aufhausen - ­ Schon seit mehr als einem Monat dieHeimat der Mooswichtel, wurde nun der Naturkindergarten Erding im Aufhausener Wald mit einer Einweihungsfeier und dem kirchlichen Segen nun offiziell seiner Bestimmung übergeben. Mit Vizelandrat Max Gotz, dem zweiten Bürgermeister Fritz Steinberger und dem Vorsitzenden der Waldbesitzervereinigung, Rainer Mehringer, konnte Axel Möring, Chef der Elterninitiative, welche als Träger fungiert, die Ehrengäste begrüßen, die dazu beigetragen haben, den Naturkindergarten zu ermöglichen.
Mit Sach- und Arbeitsleitung zahlreicher Firmen konnte ein ehemaliger Zirkuswagen saniert und zum Wichtelmobil umgebaut werden. Der Platz wurde hergerichtet, ein zweiter Wagen für Feuerholz und Spielgeräte aufgestellt und ein rustikales Häuserl, im inneren mit einer modernen Camping-Toilette, vervollständigt den Naturkindergarten.
Schon seit rund fünf Wochen lernen die Kinder nun die Natur kennen und sind begeistert, berichtet Kindergartenleiterin Johanna Weber.
Vor dem Segen durch Pfarrerin Johanna Graeff und Pfarrer Otmar Klein gratulierte Gotz vor allem dazu, dass eine Eigeninitiative entstand. Er lobte den Naturkindergarten als sinnvolle Ergänzung zum Angebot der Stadt. (gse)

23.06.07

Rainer Mehringer will Bürgermeister von Erding werden. Die Unabhängige Wählergemeinschaft Erding (UWE) hat den 44-Jährigen, der bisher nicht im Stadtrat vertreten ist, gestern als ihren Spitzenkandidaten vorgestellt und damit die wochenlangen Spekulationen beendet.

von gabi zierz

Erding – 1990 hatte die UWE mit Karl-Heinz Bauernfeind das Bürgermeisteramt erobert. Der Stadtchef, seit gut 17 Jahren im Amt, darf bei den Kommunalwahlen im März 2008 aus Altersgründen nicht mehr antreten.

In der 13-köpfigen UWE-Fraktion fand sich offenbar niemand, der in Bauernfeinds Fußstapfen treten wollte. So streckte man seit Januar die Fühler aus. „Wir haben viele junge Selbstständige in unseren Reihen. Es ist schon ein Risiko, sich als Unternehmer auf so etwas einzulassen. Im öffentlichen Dienst ist das leichter“, erklärte Bauernfeind die Wahl des Kandidaten ( siehe Porträt ). Die Fraktion habe sich einstimmig für Mehringer ausgesprochen.

Auch wenn dieser kommunalpolitisch ein völlig unbeschriebenes Blatt ist, trete die UWE „nicht mit irgendeinem Kandidaten an, sondern mit dem besten, um zu gewinnen“, so Fraktionsschef Josef Hochholzer selbstbewusst. Auch Mehringer ist überzeugt, „dass die UWE den nächsten Bürgermeister stellen wird“. Es sei nicht sein ureigenstes Ansinnen gewesen, „mich um einen solchen Posten zu bewerben“. Die UWE sei auf ihn zugekommen: „Man wacht nicht auf und denkt, ich will Bürgermeister werden. Man wird gerufen. Ich bin ein Berufener.“

Hochholzer erklärte, Mehringer vereine ein hohes Maß an sozialer Kompetenz mit unternehmerischen Fähigkeiten, großer Sachkenntnis im Verwaltungsbereich und Durchsetzungsvermögen.

Dass der Kandidat bisher nicht im Stadtrat vertreten war, „bedeutet auch, dass er unabhängig, sachlich, pragmatisch und ohne Betriebsblindheit an die Aufgabe herangehen kann“, so der Fraktionschef. Mit Mehringer will die UWE nach Hochholzers Worten ihre unabhängige Politik fortsetzen. Sie sei die einzige Fraktion, die seit 18 Jahren kontinuierlich zulege. „Der Wähler hat die sachbezogene Arbeit stets honoriert“.

Bauernfeind freut sich auf die nächsten Monate, obwohl er selbst Wahlkampf immer gehasst habe: „Das wird mein letzter sein, aber auch der netteste und spannendste.“



mm

31.03.07

Der Widerstand ist ungebrochen
Autobahngegner zeigen sich von neuem Gutachten zur Trasse Haag unbeeindruckt

Dorfen (prä) – Nach 30 Jahren Kampf gegen eine Autobahn durch das Isental werde man, wenn nötig, bis zur letzten Gerichtsinstanz gehen. Das hat der Sprecher der Aktionsgemeinschaft gegen die A94, Heiner Müller Ermann, bei dem Treffen von Autobahngegnern am Donnerstagabend in Dorfen betont. Auch die neue Attacke der Autobahnplaner im ergänzenden Planfeststellungsverfahren, wonach die Trasse Haag nun plötzlich für eine Autobahn völlig untauglich sein solle, werde man entkräften können.

Der Widerstand gegen die Isentalautobahn und Kampf um die bessere Trassenvariante gehe unvermindert weiter, sagte Müller-Ermann. Die führe immer noch über Haag, weil die Argumente immer noch eindeutig dafür sprächen. Es werde den Planern in den über 200 Seiten zum ergänzenden Planfeststellungsverfahren nicht gelingen, neue Fakten zu schaffen. Im Gutachten der Gegner sei die Trasse Haag bisher immer als die bessere Alternative zum Isental anerkannt gewesen. Das könne man nach 30 Jahren nicht einfach wegwischen.

Ein neuer Mitstreiter im Kampf gegen eine Isental-Autobahn ist der Vorsitzende der Erdinger Waldbesitzervereinigung, Reiner Mehringer. Er betonte, die A 94 würde eines der letzten zusammenhängenden und schützenswerten Waldgebiete in der Region zerschneiden. Der Schaden für Natur und private Waldbauern wäre enorm. Die Öffnung der Südseite der Wälder würde „dem Borkenkäfer Tür und Tor öffnen“ und zur nachhaltigen Schädigung der Baumbestände führen.

Auch Dorfens Dritter Bürgermeister Martin Heilmeier bestärkte die A 94-Gegner, die einfach die besseren Argumente und Karten hätten. Die Autobahnplaner spielten dagegen mit falschen Karten. Lengdorfs Bürgermeister Siegfried Rübensaal erklärte, die Autobahnplaner könnten sich auch im Falle eines Gerichtserfolgs auf mindestens ein weiteres Jahrzehnt Widerstand einstellen.

30.12.06

Toller Start 2007: Aus Ein-Euro-Job wird feste Stelle
WBV übernimmt Bürokauffrau
VON SIGGI NIEDERGESÄSS Erding - Die schönste Nachricht zum Jahreswechsel bekam Alexandra Herr von der Waldbesitzervereinigung Erding (WBV). Nach über drei Jahren Arbeitslosigkeit hat sie nun wieder einen unbefristeten Vertrag und ist nicht länger auf staatliche Hilfe angewiesen. Über den Umweg eines Ein-Euro-Jobs gelang der gelernten Bürokauffrau die erfolgreiche Rückkehr ins Berufsleben.
Mit der Insolvenz ihres früheren Arbeitgebers begann am 1. Juli 2003 die Leidenszeit der allein erziehenden Erdingerin. Es folgten Arbeitslosengeld und -hilfe sowie das ALG II. "Auf meinem Konto landete immer weniger und die Anträge wurden mehr", so Herr. Die Hoffnungen auf einen neuen Job sanken täglich. Alleinerziehende sind am stärksten von der Arbeitslosigkeit betroffen, Teilzeitstellen fehlen. Herr nutzte Angebote des Arbeitsamtes, qualifizierte sich weiter.

Betreut wurde sie nun von der zum 1. Januar 2005 vom Landkreis und dem Arbeitsamt gebildeten Aruso. Deren Geschäftsführer Peter Stadick und sein Stellvertreter und Chef des Vermittlungsdienstes, Herbert Reuther, schafften es, 150 Ein-Euro-Jobs zu finden. "Voraussetzung ist, dass sie dem Allgemeinwohl dienen und keinen vollwertigen Arbeitsplatz ersetzen", so Stadick.

Der WBV-Vorsitzende Rainer Mehringer stellte einen entsprechenden Antrag auf Zuteilung eines Ein-Euro-Jobbers und wollte bewusst eine allein erziehende Frau, die sich im Büro auskennt und Daten erfassen kann. "Die Aruso hat schnell und kompetent gehandelt, die Stelle genehmigt und eine gute Bewerberauswahl getroffen", so Mehringer.

Ein Glücksfall war dieser Job auch für Herr. "Arbeit und Kinderbetreuung kann ich problemlos miteinander vereinbaren. Der Job war zunächst auf sechs Monate beschränkt, wurde aber verlängert, weil sich ein festes Arbeitsverhältnis abzeichnete", freut sie sich.

Die positive Entwicklung bei der WBV sorgte für den entsprechenden Rückenwind. "Seit ich Vorsitzender bin, haben wir 64 neue Mitglieder gewinnen können. Die Einschlagszahlen beim Holz haben sich um das Vierfache auf 30 000 Kubikmeter erhöht, der Holzpreis ist gestiegen. Wir wollen noch eine Schaufel drauflegen. Dafür brauchen wir Frau Herr", sagt Mehringer.



mm

19.03.07

Aussagen nahe an der Nazi-Ideologie
Landwirt ist sich keiner Schuld bewusst
Lengdorf – Ein Referat über „Landwirtschaft im Ausland“ beim Maschinen- und Betriebshilferring Erding sorgt im Nachhinein für Ärger. Martin Pichlmair aus Bockhorn, der seit 20 Jahren einen landwirtschaftlichen Betrieb in Argentinien führt, kam mit seinen Ausführungen in der Jahreshauptversammlung der Erdinger Vereinigung der nationalsozialistischen Ideologie sehr nahe.

Pichlmair, der sich selbst als konservativ bezeichnete, berichtete über die wirtschaftliche, politische und landwirtschaftliche Entwicklung Argentiniens. Er zeigte sich sicher, dass es für weltoffene, junge Landwirte, die in Deutschland aufgrund des globalen Wettbewerbs keine Zukunft sehen, im Ausland noch Möglichkeiten gebe, sich eine Existenz aufzubauen. Pichlmairs Folgerung: „Vielleicht erfüllt sich in anderer Weise die Vision, die ein Österreich-Deutscher einmal hatte. Unser Weizen wächst in der Ukraine, und unsere Kühe weiden am Rio de la Plata“ (Fluss in Argentinien).

Der Vorsitzende der Waldbesitzervereinigung Erding, Rainer Mehringer, zeigte sich nach der Veranstaltung gegenüber unserer Zeitung entsetzt „über diese Entgleisung“. Untragbar sei auch die Bemerkung Pichlmairs, dass eine „personelle Säuberung des Staatsapparates“, wie sie der argentinische Staatspräsident Néstor Kirchner nach seinem Amtsantritt 2003 im Kampf gegen Korruption und Steuerhinterziehung aufgenommen habe, „auch bei uns nicht schaden könnte“. Doch weder Mehringer noch einer der Versammlungsteilnehmer, darunter MdB Ewald Schurer, MdL Ulrike Scharf-Gerlspeck und Vize-Landrat Max Gotz sprachen die Wortwahl Pichlmairs öffentlich an.

Gestern ruderte Pichlmair zurück. Die Tragweite seiner Aussage sei ihm nicht bewusst gewesen, sagte er auf Nachfrage der Heimatzeitung. Er sei „weder ein Nazi noch rechts angehaucht“. Der Vergleich mit der NS-Ideologie sei „spaßig, lediglich als Wortspiel“ gemeint gewesen. Mit der Aussage zur „Säuberung“ des Staatsapparates habe er die Problematik des „Filzes“ angesprochen, den es auch bei uns im Land gebe.

26.11.06

Klimawandel bedroht auch Wald
Fichten vom Absterben bedroht - Mischwald einzige Alternative
Lengdorf (prä) - Die Zeit läuft davon: Waldbesitzer müssen handeln und ihren Wald an künftig wärmeres Klima anpassen. Diesen Appell hat der forstliche Berater vom Amt für Landwirtschaft und Forsten, Ralph Kreitz, bei der Infoveranstaltung der Waldbesitzervereinigung (WBV) Erding zum Vegetationsgutachten 2006 an die Waldbauern gerichtet.



Waldbesitzer und Jäger müssten dabei gemeinsam handeln, forderte Kreitz und der WBV-Vorsitzende, Rainer Mehringer, vor rund 130 WBV-Mitgliedern und Jagdvertretern am Donnerstagabend. Zum Dauerthema "Wald vor Wild" hatte WBV-Chef Mehringer eine klare Botschaft: Waldbesitzer und Jäger müssen gemeinsam handeln und sollten sich bei Problemen vor Ort auseinandersetzen.

Die WBV strebt laut Mehringer grundsätzlich eine konstruktive und sachliche Zusammenarbeit von Waldbesitzern und Jagdpächtern an. Der Vorsitzende sah dringenden Handlungsbedarf, da sich in den kommenden Jahren reine Fichtenbestände wegen der Erwärmung massiv aufzulösen drohten. Das sei im Landkreis ein materieller Wert von rund 200 Millionen Euro, ganz abgesehen von den Auswirkungen auf Umwelt und Gesellschaft.

Der Umbau der Monokulturen müsse jetzt beginnen, die natürliche Waldverjüngung forciert und die Schalenwildbestände an die waldbaulichen Notwendigkeiten angepasst werden, forderte Mehringer. Der Umbau sollte im wesentlichen ohne Schutzzäunung vor Wildverbiss erfolgen, da dies den Waldbauern sehr teuer käme und zeitaufwändig sei. Pro Jahr müssten rund 80 Hektar Fichtenwald umgebaut werden, um den Folgen der Erwärmung entgegenzuwirken. Dies verursache Schutzkosten von rund 400 000 Euro.

Das wärmere Klima werde teilweise dramatische Folgen haben und das Aus für reine Fichtenbestände bedeuten, warnte Kreitz. Im Ausblick auf die nächsten 50 Jahre sei zu erwarten, dass die Fichte in großen Teilen Bayerns an die waldbaulichen Grenzen stoße. Es sei keine 20 Jahre mehr Zeit zum Handeln.

Als Maßnahmen empfahl Kreitz den Umbau, Vorbau und Wiederaufforstung von Fichtenreinbeständen mit klimatisch angepassten, standortheimischen Baumarten zu Mischbeständen mit maximal 40 Prozent Fichte. Waldbesitzer und Jäger müssten jetzt gemeinsam handeln, um die Wälder zu erhalten.